MZ Scheinwerfer und 6 Volt Licht optimieren

 

Umrüstung von 6V Bilux- auf 6V Halogenlicht HS1 bei der MZ ES 250-2

Für die MZ ES 250/2 sind trotz 6V Bordspannung auch Halogen-Scheinwerfereinsätze im Handel - der Scheinwerfer stammt nämlich vom Trabant. Was nun nicht geht, ist einfach eine spezial Oldtimer-Halogen-Glühlampe in den alten Bilux-Scheinwerfereinsatz zu basteln, da der Scheinwerfer dann nebst erloschener ABE den Gegenverkehr permanent blendet. Für rund 25,- EUR bekommt man einen zugelassenen H4-Scheinwerfereinsatz und eine 6V HS1-Glühlampe mit 35/35 Watt. Das sind zwar 5 bzw. 10 Watt weniger als bei der original Biluxlampe, aber das Halogenlicht leuchtet trotzdem heller und entlastet zusätzlich die Lichtmaschine, die 1968 auch bei MZ noch nicht für permanentes Tagfahrlicht am Motorrad ausgelegt war. Prinzipell sollte man versuchen, diese um ein paar Watt zu entlasten, da die Lichtmaschine zumindest im Winter und mit Beiwagen ständig am Limit läuft.

 

Umbau auf Tagfahrlicht an der MZ


Dazu kann der findige Bastler ( laut MZ-Forum) an älteren MZ mit 6 Volt auch ein spezielles Tagfahrlicht schalten, indem man einfach die beiden Kabel an Klemme 56 und 58 (Grau und Weiß/Schwarz) am Zündschloß tauscht: So leuchtet im ehemaligen Standlichtbetrieb nur noch der Scheinwerfer, kein Rücklicht, keine Tachobeleuchtung und kein vorderes Standlicht. Man spart also ca. nochmal 10 Watt Lichtmaschinenleistung ein. Zusammen mit diesem HS1-Umbau sind es dann schon 15- bzw. 20 Watt bei Fernlicht. Bei der auf max. 60 Watt Dauereleistung ausgelegten Lichtmaschine ist das gut ein Viertel an Energieeinsparung bzw. zusätzlicher Batterie- Aufladung. Das uralte MZ-Lichtmaschinen-System kann dann wieder frei atmen. Zusätzlich fällt besseres Licht ab, zusammen mit einer gesunden Batterie erhält sich das Energiesystem dann wieder selbst, ohne ständig die Batterie nachladen zu müssen.

Der große Nachteil dieser Tagfahrlichtschaltung soll nicht unerwähnt bleiben: Wenn es dunkel wird, vergessen viele MZ-Fahrer|-innen dann das Licht einzuschalten, weil das normale Abblendlicht ja schon so schön hell leuchtet...




Der alte MZ Bilux-Scheinwerfereinsatz links ist matt, leicht blind und im oberen Bereich fehlt die Verspiegelung. Das antiquierte 6 Volt-Licht lässt einen bei Nachtfahrten wirklich sparsam gucken, nur bei Fernlicht ist die Lichtausbeute gerade so ausreichend dank der leistungsstarken 45 Watt. Der neue Halogen-Scheinwerfer rechts ist eigentlich für H4-Glühlampen ausgelegt, die Geometrie einer 6V HS1 Lampe ist (meines Wissens nach) aber der 12V-H4-Lampen gleich, daher darf man sie kombinieren. Bei einer späteren Umrüstung auf 12V-Technik (Vape-Zündung), kann hier problemlos eine leistungsstarke 55/60 Watt H4-Glühlampe zum Einsatz kommen. Mit Einsatz einer teuren 12V Hochleistungslampe wäre man dann selbst mit der alten MZ auf dem aktuellen Stand der Motorrad-Technik wie z.B:

Hochleistungslampen
PHILIPS Motovision (Testsieger sehr hell und auffällig mit rötlichem Schimmer
Philips X-treme Power (die hellste H4 Glühlampe im Test )
Bosch H4 plus 60 (die Zweithellste H4 Glühlampe im Test)

Klar sollte sein, dass hellere Glühlampen naturgemäß natürlich nicht so lange halten wie normale Billiglampen, die Erfahrung musste ich schonmal beim Auto machen, hier hielten 2 H3-Sätze jeweils nur ca. ein Jahr bzw. 12.000 km, dafür war das Licht wirklich sehr gut - aber teuer.

Die Glaswölbung des H4-Scheinwerfers an der MZ ist etwas flacher, eine Blechmaske an zwei Stegen vor der Glühlampe sorgt für blendfreie Fahrt und der untere Bereich ist fast schon klarglasähnlich. Ganz nebenbei - der H4-Scheinwerfer hat natürlich auch noch den Glanz eines unbenutzen Neuteils.

 

Der 6 Volt Vergleich: Bilux 45/45 Watt gegen Halogen 35/35 Watt in der MZ ES250/2



Vor der großen MZ-Erleuchtung hat Gott die Verkabelung gesetzt. Der neue Halogen-Scheinwerfereinsatz erfordert ein neues Kabel, da ein Massekontakt der alten Biluxfassung am H4-Scheinwerfer fehlt. Kein Problem, allerdings isoliere ich die alte DDR-Standard-Verkabelung mit all den blanken Steckverbindungen (links) zusätzlich immer mit Schrumpfschlauch (rechts). Fällt mal ein Kabel ab, so gibt es nicht gleich eine 100%-Chance auf einen kapitalen Kurzschluss (diese MZ ist das Eisenschwein!), sondern man hat wenigstens noch die Chance, dass vielleicht nur ein Verbraucher ausfällt, in diesem Fall das vordere Standlicht. Wer jetzt die Kabel an Klemme 56 und 58 (Grau und Weiß/Schwarz) am Zündlichtschloss tauscht, erhält eine einfache Tagfahrlichtschaltung in nur 30 Sekunden. Der TÜV dürfte damit aber nicht einverstanden sein. Mit diesem Kniff kann man aber im Alltag die alte MZ-Elektrik zugunsten einer zuverlässigen und ökonomischen Lichtanlage überlisten.






Zwei leuchtende Beispiele: Oben der Biluxscheinwerfer, unten der HS1 Halogenscheinwerfer im Vergleich. Nicht beim Blick in die MZ-Scheinwerfer sondern nur an der zwei Meter entfernten Garagenwand als Projektionsfläche ist ein deutlicher Unterschied der Lichtausbeute festzustellen. Das Halogenlicht ist trotz der fehlenden 5W deutlich heller, streut breiter und wird für eine bessere Fahrbahnausleuchtung sorgen. Das Biluxlicht oben ist gelblicher und diffuser.



Auch beim MZ-Fernlicht erkennt man eine klar gezogene Ausleuchtung der Fahrbahn. Die Bilder wurden ohne laufenden Motor aufgenommen, erst im Fahrbetrieb wird das Scheinwerferlicht der MZ richtig hell. Der Umbau des 6V- Scheinwerfers für ca. 25 Euro hat sich für mich schon jetzt rein subjektiv gelohnt. Langfristig möchte ich die MZ auf eine wartungsfreie 12V Vape-Zündung umrüsten und habe dann gleich schon den richtigen MZ H4 Scheinwerfereinsatz eingebaut.






Probefahrt im März 2010 bei klirrender Kälte in der Nacht: Das HS1-Fernlicht ist jetzt richtig schön hell und leuchtet auch direkt vor der Maschine alles gut aus. Das Abblendlicht zeichnet immerhin eine saubere, asymetrische Silhouette mit rechtem Leuchtfinger auf die Fahrbahn. Wie beim modernen Motorrad ist das MZ-Licht freilich noch nicht, aber deutlich besser als mit der ursprünglichen 6V Bilux-Lampe und einem leicht angelaufenen Reflektor. Mit dieser 6 Volt Scheinwerfer-Leistung an der MZ kann ich erstmal gut leben.

Alle Umbautipps wie immer ohne Gewähr!


 

Nachtrag helles 6V Halogenlicht an der MZ


Nachtrag April 2010 - und so schnell waren die 6V Halogen-Oldtimer-Glühlampen an der MZ defekt: Nach jeweils nur knapp 250 km waren beide "AWINA Super Grade" Glühlampen durchgebrannt und pechschwarz angelaufen. Man könnte dieses Ergebnis auf die alte 6V MZ-Elektronik mit eventuellen Spannungsspitzen schieben - aber die vorher eingebaute 6V NARVA Bilux-Glühlampe hatte damit ja auch schon problemlos 2500 km hinter sich. Ich habe sie zusammen mit dem Biluxreflektor dann wieder eingebaut. Dieses Fabrikat kann ich wirklich niemandem empfehlen. Schrott - gekauft bei Ebay.




Nachtrag Juni 2010: So richtig helles Licht gibt es auch dauerhaft an einer 41 Jahre alten MZ. Die VAPE-Zündung samt der 12V H4-Lampe PHILIPS Motovision macht es möglich. Allein der optische Unterschied läßt die MZ - 6V Funzeln wortwörtlich verblassen. Die Lichtleistung steht in keinem Vergleich zu der oben beschriebenen 6V Halogen-Umrüstung. Und es geht sogar noch heller, indem man auf eine Halogen-Standlichtlampe mit 5 Watt mehr umrüstet.


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